Wie oft hat man sich schon geärgert, wenn in der letzten Kurve vorm Ziel das Heck ausbricht und man im Schotter landet? Ein wenig zu viel Gas gegeben, ein bisschen zu steil das Lenkrad eingeschlagen und man kommt schneller von der Fahrbahn ab, als einem lieb sein kann. Rennspiele, die sehr simulationslastig sind, werden daher zu recht des Öfteren verflucht und der Controller muss sich den Frust des Spielers über sich ergehen lassen. Mit Race Driver Grid schonen Anfänger allerdings nicht nur ihre Hardware, sondern werden auch viel mehr Spaß am Fahren haben. Codemasters neues Pferd im Rennstall besitzt ähnlich wie der Prinz aus Persien eine Rückspulfunktion und macht somit kleinere Fehler, oder ganze Massenkarambolagen ungeschehen – ein genialer Kniff, der die Neustart-Funktion überflüssig macht und zum großartigen Rennerlebnis beiträgt.
Die Strecken sind fantastisch designed und die Zuschauer tummeln sich am Straßenrand.
Fahrzeugwechsel
Der Name verrät es schon: anders als bei den drei Vorgängern im Spiel die DTM-Serie. Doch auch ohne die deutsche Tourenwagen Meisterschaft gilt es drei Karrieren zu meistern, um alles gesehen zu haben. Moment, Karriere? Nicht direkt, anstatt sich auf einer Karriereleiter hoch zu arbeiten, wählt man zwischen Europa, USA und Japan und absolviert verschiedene Rennkategorien. So brettert ihr z.B. im Formel-3-Flitzer durch die Schikanen von Denington, oder heizt mit einem BMW-Tourenwagen über den Nürburgring. Wem eher nach Driften zu mute ist, kann auch mit Nissan, Toyota und Co. über Japans Tuner-Strecken schlittern und genießt dabei einen Hauch von Need for Speed-Flair. Nach jedem Rennen erhaltet ihr je nach Platzierung und Sponsorenauswahl Geld und Ansehen-Credits auf euer Konto. Beides ist wichtig, um in den Tabellen immer weiter aufzusteigen. Eine Story gibt es nicht, auch die Rendersequenzen der alten DTM-Teile sind verschwunden, stattdessen konzentriert sich Grid direkt aufs Fahrgeschehen; und zwar auf das, was zwischen Start- und Ziellinie passiert – und macht dabei fast alles richtig!
Oft kommt es zu Karambolagen auf der Strecke.
Vom Tellerwäscher zum Multimillionär
Zu Beginn eurer Karriere besitzt ihr lediglich eine kleine Garage, in dem zwar ein Auto steht, was euch aber nicht gehört. Stattdessen müsst ihr mit einem Fremdwagen genug Geld einfahren, um euch eine eigene Kiste leisten zu können. Mit ca. 60.000 Euro auf dem virtuellen Konto ist es dann auch soweit: eure Garage wird renoviert, ein Mustang angeschafft und aufpoliert. Nun gilt es noch einen eigenen Teamnamen zu wählen und die persönlichen Rennfarben festzulegen, dann entlässt euch das Spiel in die große Welt der Meisterschaften. Die Betonung liegt auf groß, denn bis ihr alle drei Lizenzen der Meisterschaften erfahren habt vergehen schon gut 20 Stunden. Dank verschiedener Schwierigkeitsstufen ist für jeden etwas dabei, Anfänger fahren mit Automatikgetriebe und aktivierten Fahrhilfen, Simulationsfans greifen bevorzugt auf den Profi-Modus zurück, der die Zeitspul-Funktion komplett deaktiviert. Je nach Konfiguration, erhaltet ihr bei einem Rennen mehr oder weniger Credits. Dem Spiel gelingt somit der Spagat zwischen Arcade-Raser und Simulation. Da es aber weder Boxenstopps, noch Tuningoptionen und lizenzierte Rennserien gibt (die einzige ist 24h von Le Mans, allerdings schlecht umgesetzt und nervig – kann man zum Glück ausstellen), dürfte das einigen Hardcore-Rennfahrern sauer aufstoßen.
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