Schneider flankt in die Mitte, Ballack zieht ab - Lattentreffer! Wie aus dem nichts taucht Lukas Podolski auf und verwandelt das Ding. Endergebnis: Deutschland - England 2:1. Deutschland ist Europameister. Moment mal, Deutschland gewinnt die EM gegen England? Die sind doch an der Qualifikation gescheitert? Im echten Leben schon, im extra zur EM erschienenen Fußballspiel von Electronic Arts geht es aber doch.
Neues Turnier, neues Spiel
Es ist also wie immer, wird an irgendeiner Ecke der Welt ein Ball umgedreht, macht Electronic Arts ein Spiel daraus. Mit "Euro UEFA 2008" hat sich daran auch nichts geändert. Statt wie in "FIFA" mit Vereins- und Nationalmannschaften bekommt man im EM-Spiel nur die Landesmannschaften gestellt. Insgesamt sind 52 europäische Mannschaften mit im Spiel. Jedes Team hat dabei wieder die Namen und Rückennummern der echten Vorbilder. Einzig die Holländer gehen einen extra Weg. Dort haben Lizenzschwierigkeiten den Einbau der Original Mannschaff verhindert. Der Spieler muss deshalb leider mit frei erfundenen Charakteren vorlieb nehmen. Das mach aber nichts, würden die Namen nicht auf den Trikots der Fußballerspielen stehen, könnte man keinen Ballack von einem Lehmann unterscheiden.
So ruhig ist es nur vor dem Spiel
Glücklicherweise sind dagegen die physischen Eigenschaften von Podolski & Co realistisch ins Spiel übertragen worden. Prinz Poldi lässt sich von keiner Abwehr aufhalten, Luca Toni ist ein wahrer Goalgetter und Henry schießt die Freistöße elegant ins Tor. Als Chef-Trainer darf man die Mannschaft aufstellen wie man mag, Enke ins Tor oder Patrick Helmes in den Sturm. So ist "EA" für die meisten Nominierung-Überraschungen gewappnet. Man selbst sollte sich dagegen auf das Moderatoren-Duo gefasst machen: Da kaum ein Sportspiel wirklich gute Kommentatoren hat, macht "UEFA 2008" keine Ausnahme, wobei die Sprüche der beiden sogar ab und zu überraschend passend sind - leider wiederholen sie sich recht schnell und kommen bei einem schnellen Spiel oft nicht hinterher. Empfehlung: Abschalten - vorausgesetzt man findet auf Anhieb das Menü dafür.
Mitten im Spiel
Unglücklicherweise ist die Gestaltung der Menüs alles andere als perfekt gelaufen, so versteckt sich die Grafik-Option unter "Mein UEFA 2008", neben den Stickern. Genau, Stickern, nicht nur im Panini Sammelheft und im Hanuta finden sich die Antlitze der Kicker, auch bei "UEFA 2008" kann man sich Ribery ins virtuelle Heftchen kleben. Die Sticker verdient man sich in der "Europäischen Kampagne". Dort wird man als Spieler mitten in ein laufendes Spiel geworfen und muss beispielsweise ein 0:2 Rückstand aufholen, im Elfmeterschießen gewinnen oder mit nur noch acht Spielern das Match drehen. Für die Erfüllung der Missionen gibt es dann die mehr oder weniger begehrten Sticker. Für Abwechslung sorgt der "Be A Pro"-Modus, dort wird nicht die ganze Mannschaft gelenkt, sondern erhält stattdessen nur die Kontrolle über einen Spieler und kämpft sich dann als Mittelfeld-Ass oder Stürmerstar durch das Turnier. Ebenfalls kann man sich als Jungspieler von der B-Mannschaft zur Nationalmannschaft hochkämpfen.
"Es gibt nur ein Jogi Löw"
Wer einfach nur loszocken möchte und sich keine Gedanken um Formationen und Aufstellung machen wil, wählt "Jetzt spielen" aus und befindet sich schon auf dem Platz. Alle Fußball-Arenen der EM finden sich auch originalgetreu im Spiel wieder. Das Finale findet immer im Ernst-Happel-Stadion statt und auch die anderen EM-Stätten sind mit im Spiel. Die Stadien an sich sind recht hübsch, allerdings sind die Fans ein Frechheit. Das Geld für die 3D-Animationen scheint den Entwicklern nur für die Spieler gereicht zu haben, denn die Fans und alle anderen hinter der Bande sind nur in 2D zu haben. Als schlechter Scherz können auch nur die Fangesänge gedacht sein, "Es gibt nur ein Rudi Völler" ruft seit der WM in Japan und Korea niemand mehr. Verbessert hat sich dafür das Spiel an sich.
"Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen die Deutschen"
Die Stick-Steuerung lässt nach einigem Probieren wunderschöne Freistöße schießen. Auch ein arroganter Heber über den Torwart ist mit dem rechten Stick möglich. Die Torhüter sind dabei immer die Schwachstelle im Team. Man muss mit dem runden Leder nur nahe genug an den Kasten herankommen und der Ball flattert ns Netz. Wer schon mal ein Fußballspiel gespielt hat, findet sich mit der Standard-Steuerung sofort zurecht. Allerdings nur mit Gamepad, die Tastatur sollte man nicht benutzen Nicht so komplex wie ein Pro Evolution Soccer, aber fordernder als der FIFA-Vorgänger. Wer sich übrigens auf ein langes Video als Belohnung zum Sieg über die Engländer freut, wird mit einem 10 Sekunden Video abgespeist. Das schadet der eigentlich recht guten Atmosphäre des Spiel schon extrem.
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