GTA IV. Wie perfekt kann man dieses Spielejahr an den drei Buchstaben und den 2 römischen Zahlen festmachen. Als es zuerst für Konsole erschien, überschlug sich die Fachpresse mit ihrem Lob, wurde der Feuilleton großer Zeitungen zum Spiel-Platz und die Games zur Kunst. Unglaubliche 100 Millionen US-Dollar steckte Rockstar in die Entwicklung, zirka 1000 Menschen arbeiteten am Spiel. Nicht nur das sind stolze Zahlen, mit Einnahmen in Höhe von knapp 500 Millionen Dollar steckt das Spiel auch so manchen Hollywood-Blockbuster in die Tasche.
Groß waren also die Erwartungen, als endlich die lange erwartete Ankündigung kam, dass Grand Theft Auto IV auch für den PC kommt. Was am Ende daraus wurde, zeigt euch unser Test. Auf geht’s nach Liberty City, Nico Bellic kommt!
Von Polizisten und Bösewichten
New York war schon immer der Ort, an dem sich die vertriebenen, glücksuchenden und hoffnungslosen jeder Zeit getroffen haben, um dort ein neues Leben zu beginnen. Amerika hat seinen kometenhaften Aufschwung nicht zuletzt den zahlreichen Immigranten zu verdanken, die sich in die in langen Schlangen auf Elis Island die Füße wund standen, nachdem sie ihre Leben auf einer wochenlangen Schiffsfahrt für ein besseres Leben riskiert haben.
Und genau darum geht es Niko Bellic. Er, der ehemalige Soldat, will ein besseres Leben als es ihm in seiner Heimat Serbien geboten wird. Dort kämpfte er in Kriegen, tötete Menschen, zeigte kaum Skrupel. Und doch haben ihn die Geschichten seines Cousins Roman getroffen, er will den American Dream leben, Geld, Frauen und sein Glück finden. Roman hat sich schon vorher in die USA, genauer gesagt nach Liberty City aufgemacht und scheint auch Erfolg zu haben. Als packt Nico seine letzten Habseligkeiten und zieht los, Amerika ruft.
Dort angekommen löst sich sein Traum aber schnell in Wohlgefallen auf, Romans schicke Wohnung entpuppt sich als ranzige Kakerlaken-Bude, seine toller Job ist Taxi-Fahrer und Geld hat er auch nicht. Romans Freundin entstammt auch nicht aus einem Bademoden-Katalog, ausgenommen aus einem schlechten.
Doch Nico hat hier etwas, das er in Serbien nicht hatte: Ein Chance. Er könnte es zwar auch als Bürgerbrater zum Millionär bringen, seine besonderen Fertigkeiten kommen in der Unterwelt Liberty Citys besser an. So geht es nicht lange und er hat den ersten Job, den ersten Mord an der Backe kleben. Als Ex-Soldat kennt sich Nico mit Waffen aus und Mord ist für ihn wie Bürgerbraten, Skrupel sind ihm fremd. Es dauert deshalb auch nicht lange und größere, lukrativere Aufträge klopfen an die Tür von Romans und Nicos "Apartment". Mehr Geld bedeutet mehr Luxus und deshalb werden schönere, kakerlakenfreie Wohnungen bezogen.
Aber Nico hat auch eine andere Seite, denn was ist ein Leben ohne Freunde schon wert? Aus diesem Grund kümmert sich Nico um seine Kollegen, geht mit ihnen bowlen, spielt Pool mit ihnen oder besäuft sich einfach nur.
So fühlt es sich an
GTA IV ist einfach nur lebendig, wie in jeder Großstadt pulsiert das Leben in Liberty City, andauernd passiert etwas. Da verfolgt die Polizei eine Verdächtigen durch die Stadt, stehen sich Prostituierte ihre langen Beine für den nächsten Freier in den Bauch, geht ein Paar einfach nur die Straße lang. Man kann sich in Liberty City einfach mal ein Auto klauen, durch die Gegend fahren und ohne eine Mission, ohne exaktes Ziel, losfahren. Auch beim zehnten Mal entdeckt man noch Neues. Die Straßen ziehen sich wie ein Netz durch die Stadt, die dieses mal zwar ein bisschen kleiner als das Areal aus San Andreas ist dafür aber im Vergleich mit dem Hip-Hop-Gangster-Spiel kaum freies Land bietet. Gefühlt wirkt Liberty City hundertmal größer als der Staat San Andreas. Es ziehen gigantische Hochhäuser gen Himmel und in den Vorstädten steht ein Reihenhaus dem anderen zur Seite.
An Rockstar faszinierte schon immer ihr Hang auch die kleinen, eigentlich unbedeutenden Dinge in ihren Spielen groß zu machen und sie mit Liebe zum Detail auszubauen. So steht Nico in Liberty City auch Internet zu Verfügung. Dort haben die Entwickler einen eigenen Mikrokosmos geschaffen, in dem mach sich Stundenlang vergnügen kann - oder man findet einfach nur ein Date für den Abend und vergnügt sich anderswo.
Quer durch die Stadt findet man immer wieder neue Anspielungen auf die Realität. wie zum Beispiel die Brauerei Pißwasser, deren Marken in Steinways Bier Garden ausgeschenkt werden. Übrigens: Im Internet (nein, im echten, nicht in dem von Rockstar) sind richtige Werbespots für viele der Produkte und Ort im GTAIV-Universum zu finden,
Wie üblich sind auch wieder die Radio-Stationen erstklassig und bieten für jeden Geschmack und jede Stimmung die passende Musik oder man lauscht einer Diskussion – würde man ja im echten Leben nie machen.
Atmosphärisch ist GTA IV wieder einmal Spitze, kaum ein Spiel packt soviel auf DVD und bringt dabei auch noch eine so echte, harte Welt auf den Desktop. Mit all seinen kleinen versteckten Überraschungen, wird man wochenlang, wenn nicht sogar monatelang mit bester Unterhaltung versorgt. Und wenn es langweilig wird, dann angelt man sich seinen Freunde und geht bowlen, oder such sich eine Bekanntschaft im Netz, wie im echten Leben eben.
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